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5th January 2012

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Verdammte Scheisse, ich will Georg Schramm als Bundespräsidenten!

Wieso ich auf diese Idee komme? Tue ich gar nicht. Er selbst kam auf diese Idee.

Das meine ich durchaus ernst, der Mann ist grandios. Dass er auch anders kann, hat er hier  bewiesen. Warum nicht? Island hat auch einen Kabarettisten als Präsidenten. Und denen geht es so gut wie noch nie zuvor.

Was man dazu machen kann? Erstmal eine Bewegung gründen. Das geht sehr einfach, indem man einfach der Facebookgruppe beitritt.



Tagged: Politikpamphlete

1st January 2012

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Boah, schon wieder ein neues Jahr?

Jajaja, frohes Neues. So eine oberflächliches, ordinäres, verarmseligtes Gesellschaftstheater.
Gestern Abend waren wir von Hans’ Haus auf dem Weg runter in die Stadt, als ich nicht umhin konnte, einige interessante Dinge festzustellen. Zum Beispiel, dass die Scheinheiligkeit der Gesellschaft an Silvester besonders deutlich hervorkommt.
Wieso sage ich das? An Silvester sind doch die ganzen Menschen fröhlich und grüßen die anderen. Eben. Weil sie das normalerweise niemals tun würden.

Damit meine ich nicht die Leute, die man anruft, eine Nachricht schreibt oder sonst etwas. Ich meine die Leute auf der Straße, denen man begegnet und an denen man normalerweise vorbeigeht. Es ist eine verdammte Drecksschande, dass man sich nicht ganz normal so verhalten kann, dass man offen leben kann.

Tagged: Pamphlete

31st December 2011

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Frau Merkels Neujahrspolemik - eine sachliche Kynik.

In ihrer Neujahrsansprache gab Frau Merkel wieder einmal kognitive Dissonanzen – das hinwegsehen über offensichtliche Missstände – zum besten. Ich versuche, mich an die Reihenfolge des Textes von Frau Merkel zu halten, den es hier zu lesen gibt. Lektüre diesen Textes wird natürlich wie immer empfohlen. Wer sich keine Mühe machen will sachliche Texte zu lesen oder einfach nur lachen will, dem sein der taz-Artikel empfohlen.

Zu Anfang des Jahres scheint Frau Merkel einige Dinge, die der CDU oder wichtigen Partnern derselben (wie z.B. Amerika) unangenehm sind, zu übergehen. Mal abgesehen von den offensichtlichen Dingen, die Frau Angela „Teflon“ Merkel gekonnt umgeht, Wikileaks, Skandale um kriegsführende Länder, ihre eigenen 180°-Wenden in der Innenpolitik und so weiter gibt es eine Reihe von gekonnten Euphemismen, die sie einsetzte, um die Lage zu verharmlosen.
Zu Veränderungen hin zu Demokratie:
OccupyWallstreet ist immernoch ein Thema in den Vereinigten Staaten, genauso wie sich die Demonstrationen für mehr Demokratie nicht nur auf Nahost und Nordafrika beschränken, sondern in vielen Ländern existieren. Nur von unseren Medien nicht wahrgenommen werden (wollen). Hierzu kann ich solche Artikel empfehlen.
Und auch in Deutschland ist das Bedürfnis nach mehr demokratischer Mitbestimmung sehr hoch, wie mir auf einer von einem CDU-Mann zugespielten Statistik (Ich empfehle jedem, die letzte Seite des Berichtes zu lesen, das vorher ist Gebrabbel) ersichtlich wurde. Ich nehme nicht an, dass es anderswo sonderlich besser aussieht.

Es war auch in Jahr, in dem immer mehr Anti-Terror Gesetze verabschiedet wurden und mehr Brüche des gesunden Menschenverstandes registriert wurden denn je. Dazu kann man sich ja mal den Fnord-Jahresrückblick von Felix von Leitner und Frank Rieger anhören. Den gibt es hier. Ach, von der GEMA gesperrt? Sehr schade, aber: Gottseidank gibt es ja keine Zensur. Probiert es vielleicht mal mit dem torrent oder mit so einem Tool wie ProxTube, das kann solche Sachen entsperren. Empfehle ich eh jedem. Diese Kommentare als Hintergrund zu dem Feuerwerk der kognitiven Dissonanz, dass Frau Merkel zündete.

Ich stimme ihr zwar zu, dass Europa eine Einheit sein sollte. Was Frau Merkel uns dennoch erklärte war, dass die derzeitigen Entwürfe eines vereinten Europas alternativlos sind – Ein Unwort, welches in diesem Jahr übrigens viel zu häufig gebraucht wurde. Sie suggeriert, dass die derzeitigen Entwicklungen in Europa demokratisch wären. Was sie nicht sind.

Eine weitere Verleumdung: „[In dieser Zeit werden sich] viele von Ihnen Gedanken um die Sicherheit unserer Währung machen.“ Entschuldigung. Ich mache mir keine Gedanken um die Sicherheit einer Währung. Ich mache mir Gedanken um die Sicherheit aller Währungen, wenn schon. Und ich mache mir Gedanken um die Sicherheit der Leute, die eine Sicherheit brauchen, um nicht in finanzielle Bedrängnisse zu kommen. Der Euro ist relevant, keine Frage. Aber wenn ich mir Gedanken mache, muss ich Gedanken auf einem internationalen Niveau formulieren, die über eine eurozentristische Denke hinausgeht.


Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber: Mir ist es egal, ob es einen schwächeren Euro als derzeit gibt – wenn es bedeuted, dass die Menschen Europas in einer angenehmeren Welt leben können. Auch wenn die Aussenhandelsbilanz nicht so rosig aussehen wird, weil wir nicht so viele Panzer und Gewehre in die Welt verkaufen.


Eine stabile, sichere Welt wird ein stabiles, sicheres Europa zur Folge haben. So eine einfache Erkenntnis müsste Frau Merkel auch verstehen.
Ein sicheres Europa – mit Überwachungsprojekten, die in die hunderte Millionen gehen – ist nur ein Ersatz eines kruden Nationalismus mit einem Europäismus, der genauso faschistoid werden kann wie ersteres. Daher wäre mein Wunsch fürs neue Jahr: Ein demokratisches Europa erlauben.

Was die Arbeitslosenrate angeht… geschönt ist der falsche Ausdruck. Der offiziellen Zahl der Arbeitslosen also 6,5% stehen 21% Niedriglohnempfänger zur Seite, welche 2009 auf 2010 mit dem Wegfall der Brutto-Stundenlohngrenze gedrückt wurde. Beachtet bitte, dass die Zahlen bei Vollbeschäftigung gelten.

Danach kommt der obligatorische Schwenk zur Sicherheitspolitik, die in diesem Jahr mit Herrn Friedrich einen besonders vehementen Fürstreiter gefunden hat. Ich sehe schon, dass Frau Merkel und Herr Friedrich sich über das Treiben der Zwickauer Terrorzelle besonders freuen – schließlich hat man jetzt einen Grund, die Sicherheitsbestreben zu erhöhen. Mehr Geld für Bundeswehr (+3.06%), Polizei (+0.40%) und andere Behörden, die dafür eingesetzt werden, den Internetverkehr und die Meinungsäusserung einschränken zu können (+34,99%).

Da ich das Gefühl habe, nurnoch zynische Polemik übrig zu haben für die Scheinheiligkeit, die Frau Merkel der Ansprache hat angedeihen lassen, schließe ich nicht mit meinen, sondern mit den Worten eines Dichters, der Heinrich Heine wohl gewachsen sein mag. Goethe sagte einmal: Wenn man von den Leuten Pflichten fordert und ihnen keine Rechte zugestehen will, muß man sie gut bezahlen.“ Sie sollten das genauso halten – denn wenn wir die Pflicht haben, Deutschland zu stärken und zu stabilisieren, sollte Frau Merkel uns wenigstens die Sicherheit bieten, anständig leben zu können.

Danke für eure Zeit.

Tagged: PolitikPiratenPamphlete